Mit viel Enthusiasmus hatte 2014 die erste Runde des internationalen Schüleraustausches des „Städtischen“ mit der Chekem Bay Privatschule Izmir (Türkei) stattgefunden. Auch außenpolitische Spannungen in der Region konnten eine Gruppe türkischer Schülerinnen und Schüler nicht davon abhalten, Anfang Juni mit ihrem Besuch bei ihren Gastgebern in Bad Laasphe die zweite Runde einzuläuten. Die Anzahl der Schüler, die sich an der türkischen Schule für den Austausch angemeldet hatten, überstieg weit das Maß der Bad Laaspher Kapazitäten, was dazu führte, dass auch Mädchen männliche Austauschpartner in ihre Familien aufnahmen. Jedoch war schon nach dem ersten Tag jegliche Skepsis an dieser ungewöhnlichen Organisationsform verflogen.

Für die türkischen Schülerinnen und Schüler war bereits der Transport vom Flughafen Frankfurt nach Bad Laasphe ein Erlebnis, denn Zugfahrten waren fast für alle neu. Nach der ersten Nacht in den Familien fanden am nächsten Morgen und auch an den Folgetagen zunächst zwei Stunden Regelunterricht in den Klassen der Austauschpartner statt. Den Pädagogen am Städtischen Gymnasium ist es wichtig, dass ein Schüleraustausch nicht nur eine Fahrt von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten ist, sondern dass auch im Sinne eines kulturellen Austausches das Schul- und Familienleben im anderen Land aktiv erlebt wird.

Die jeweilige Umgebung der beiden Austauschschulen könnte unterschiedlicher kaum sein. Die Chekem Bay Privatschule befindet sich in einer Millionenstadt an der türkischen Riviera. Die Sonne scheint fast das ganze Jahr über und ein so feuchter Sommer wie der diesjährige ist dort kaum bekannt. Dafür bietet die Wittgensteiner Natur zahlreiche attraktive Ausflugsmöglichkeiten in großer Nähe. Dieser Kontrast war für die Schülerinnen und Schüler besonders am ersten und letzten Tag des Austausches bei einer Stadtrallye in Bad Laasphe und einer Wanderung auf den Entenberg zu erleben. An den anderen Tagen standen Marburgs Altstadt, der Bergpark Kassel mit den Wasserspielen und der Kletterpark in Marburg auf dem Programm.

Auch wenn das Wochenende eigentlich den Familien vorbehalten bleiben sollte, hatten sich bereits am Freitag alle Austauschteilnehmer auch auf gemeinsame Aktivitäten geeinigt, um den sprachlichen Austausch in deutscher und englischer Sprache weiter zu fördern.

Derya Dagtas aus Izmir und Sebastian Näther, Lehrkraft am Städtischen Gymnasium, die den diesjährigen Austausch organisieren, freuen sich nach diesen vielen positiven Erfahrungen schon auf den hoffentlich ebenso erfolgreichen Gegenbesuch der deutschen Kinder in der Türkei, der Ende Oktober stattfinden soll.