Es ist ein vorweihnachtlicher Donnerstag im Dezember. Es geht auf 17.00 Uhr zu und die Aula des „Städtischen“ ist mit Schülerinnen und Schülern, Eltern und Geschwistern, Freunden und Lehrkräften gefüllt. Oben auf der Bühne, auf der auch gelegentlich professionelle Orchester und Bands auftreten und auf der jedes Jahr die Abiturzeugnisse überreicht werden, stehen heute sechs Tische mit sechs Stühlen und je einem Mikrophon. Hier oben das erste Mal vor einem richtigen Publikum öffentlich vorzulesen, das ist schon eine Herausforderung für Schülerinnen und Schüler der Klasse 6.

Jede der drei sechsten Klassen am „Städtischen“ hat in den vergangenen vier Wochen die besten Vorleser und Vorleserinnen ermittelt. In diesem Jahr sind es fünf Mädchen und ein Junge. Sie alle haben einen eigenen Text zum Vorlesen vorbereitet, aus dem sie einen Ausschnitt von drei Minuten Länge vortragen werden. Ob Kriminalgeschichten, Pferdegeschichten, Abenteuer oder auch große Klassiker, es ist der kritischen Jury schon fast alles vorgestellt worden. Diese bestand traditionell aus dem Schulleiter Karsten Holz und den Deutschlehrinnen und -lehrern der Klassen 5, die im kommenden Jahr ihre Klassen dann auf den Wettbewerb vorbereiten wollen.

Nach einer Pause in welcher die Schülervertretung die Gäste mit Getränken und Brezeln bewirtete, kam die Königsdisziplin, das Vorlesen eines unbekannten Textes. Was würde es diesmal sein? Sebastian Näther, Vorsitzender der Fachschaft Deutsch und Moderator des Abends, der diese Text aussucht, hat jedes Jahr die Qual der Wahl. Hier kommen die besten Vorleser eines ganzen Jahrgangs zusammen und aus diesen soll wiederum ein klarer Sieger hervorgehen. Der Text darf demnach nicht zu leicht sein, sollte aber die Kinder auch nicht vor ein unlösbares Problem stellen. In diesem Jahr fiel die Wahl auf „Krieg der Knöpfe“ von Louis Pergaud. Doch so anspruchsvoll dieser mit französischen Eigennamen und wörtlicher Rede gespickte alte Klassiker auch ist, so wurde er von allen Teilnehmern souverän bewältigt. Es war auch in diesem Jahr keine leichte Aufgabe für die Jury.

Endlich nach rund zwanzig Minuten läutete die Glocke zur Preisverleihung. Nach der Bekanntgabe der Klassensieger erhielten die dritte Schulsiegerin Anke Hellmig (Bad Laasphe) und die zweite Schulsiegerin Marie-Christin Ortmüller (Buchenau) ihre Urkunden. Der erste Preis ging in diesem Jahr an Wiebke Walter aus Bad Laasphe, die die Schule dann im Februar auf Kreisebene und vielleicht auch noch bei weiteren Wettbewerbsrunden vertreten wird.