Die Deutsch-Amerikanische-Gesellschaft Siegerland-Wittgenstein e.V. hat unsere Schülerin Amelie Flesch für ihre Facharbeit zum Thema „Emigration from Wittgenstein to the United States of America in the 18th and 19th century“ mit dem 1. Preis beim Wettbewerb der Schülerfacharbeiten 2020 ausgezeichnet. Amelie schreibt über ihre Facharbeit:

„Meine Facharbeit, welche ich im Leistungskurs Englisch geschrieben habe, stand unter der Überschrift „Emigration from Wittgenstein to the United States of America in the 18th and 19th century” (dt.: Auswanderung aus Wittgenstein in die Vereinigten Staaten von Amerika im 18. und 19. Jahrhundert).
Ich habe mich für dieses Thema entschieden, da ich letztes Jahr herausgefunden habe, dass ich entfernte Verwandte in den USA habe. Als ich alte Fotoalben durchschaute, entdeckte ich Fotos von ihnen und beschloss, mehr über die Geschichte meiner Familie herausfinden zu wollen. Ich kontaktierte  zunächst meine amerikanische Familie per E-Mail und bekam eine Antwort von meiner Cousine 4. Grades, Olivia. Von ihr erfuhr ich einiges über ihre Vorfahren, welche 1894 und 1895 aus Liesen im Sauerland auswanderten und sich in Kalifornien und Illinois niederließen.

Um einen Bezug auf die lokale Geschichte nehmen zu können und um generell mehr über die Thematik der Auswanderung zu lernen, besuchte ich zusammen mit meiner Familie im Herbst letzten Jahres das Alexander Mack-Museum in Schwarzenau und in den Weihnachtsferien das Auswanderermuseum in Bremerhaven.

Die Facharbeit selbst beschäftigt sich zunächst mit dem geschichtlichen Hintergrund Wittgensteins. Schlechte Lebensbedingungen, große Familien und Auswirkungen von Kriegen machten das Leben in Wittgenstein nicht gerade einfach. Die erste große Welle von Auswanderungen in die USA begann in den 1730ern.
Im Anschluss geht es um den Prozess der Auswanderung. Es wird erläutert, welche Risiken und Konsequenzen eine Auswanderung mit sich brachte (z.B. das Ablegen der Preußischen Staatsbürgerschaft) und wie die Überfahrt ablief. Die USA führten ein „Redemptioner“-System ein (redemption- dt.: Wiedergutmachung/Rückzahlung) welches es Einwanderern ermöglichte die Überfahrt zu finanzieren, ohne sich in finanziellen Ruin zu stürzen. Im Gegenzug für die Finanzierung der Überfahrt verpflichteten sich die Menschen allerdings, für einige Jahre als unbezahlte Arbeiter angestellt zu sein. Im Kapitel danach geht es um das Leben der deutschen Einwanderer in den USA und wie sie die amerikanische Gesellschaft unter anderem durch mitgebrachte Traditionen wie Schützenfeste und Brauereien beeinflussten. Auch die Wirtschaft wurde durch das Eröffnen von neuen Betrieben angekurbelt. Anschließend werden noch vier in Wittgenstein berühmte Auswanderer vorgestellt; Alexander Mack, Joseph Hiester, Emil Wolff und Jakob Nolde.
Im letzten Kapitel beschäftigte ich mich mit der Geschichte meiner Familie, deren Beweggründe ihre Heimat zu verlassen und dem Leben der aktuellen Generation.

Das Schreiben der Facharbeit hat mir viel Spaß gemacht, da das Thema einen großen persönlichen Wert für mich hat und ich dadurch Kontakt zu meinen Verwandten in den USA aufbauen konnte.“

Wir gratulieren herzlich zum 1. Platz! Betreut wurde Amelie von ihrem Englischlehrer Jörg Menzenbach.