Der gedankliche Ausgangspunkt für die Arbeit der AG ist die Überlegung, dass unsere westliche Gesellschaft, zugespitzt formuliert, sich aufgrund ihres Ressourcenverbrauchs gleichsam selbst überlebt hat, dieses aber auf individueller Ebene noch nicht weiß oder, was menschlich durchaus verständlich ist, dieses nicht wahrhaben will. Dieser Umstand fordert zur Selbstpositionierung und zur Reaktion heraus.

Für die Überlegung, dass unsere Gesellschaft nur noch von geborgter Zeit lebt, sprechen vor allem vier Tatsachen:
1.) die steigende Zahl der Peaks der Rohstoffe, auf denen unsere Gesellschaft fußt;
also die zunehmende Einsicht in den Umstand, dass bei vielen der gesellschaftlich existentiellen Rohstoffe (vor allem Erdöl, aber auch Gas, Phosphor oder die Seltenen Erden) die maximal mögliche Fördermenge entweder bereits erreicht worden ist oder in absehbarer Zeit erreicht werden wird, so dass bei steigendem Ressourcenbedarf zugleich weniger Rohstoffe zur Verfügung stehen werden,
2.) die Evidenz der gedanklichen Logik, dass ein auf Expansion basierendes System (unser Wirtschafts- und Kulturmodell) innerhalb eines endlichen Bezugsrahmens (unser Planet Erde) notwendig einmal an seine Grenzen stoßen muss,
3.) die einsetzende Klimakrise, die im Wesentlichen Ergebnis unserer westlichen Fortschritts ist sowie
4.) die allgegenwärtige Mentalität und Politik des „Weiter so“, des „Immer mehr vom Gleichen“, letztendlich der Alternativ- und damit zugleich Perspektivlosigkeit.

So ergeben sich für die Arbeit der AG mehrere Tätigkeitsfelder:

  • das Nachvollziehen des obigen Gedankengangs (Theorie)
  • das Aufbrechen restaurativer Denkmuster, das Einüben von Denken in alternativen Handlungsspielräumen, die Suche nach Exits aus dem gesellschaftlichen Tunnelblick (Theorie)
  • das Kennenlernen zukunftsfähiger Techniken (Praxis)
  • das Erfahren offener und alternativer Lebens- und Arbeitsformen (Praxis)

Frank Oldeleer, 22.12.2018

Literatur im Sinne eines theoretischen Fundaments:

  • Blom, Philipp: „Was auf dem Spiel steht“. Carl Hanser, 2017
  • Bommert, Wilfried / Landzettel, Marianne: „Verbrannte Mandeln. Wie der Klimawandel unsere Teller erreicht“. dtv, 2017
  • Carius, Alexander / Welzer, Harald / Wilkens, Andre (Hrsg.): „Die offene Gesellschaft und ihre Freunde“. S. Fischer, 2016
  • Felber, Christian: „Gemeinwohl-Ökonomie“. Piper, 2. Auflage 2018
  • Gerstengarbe, Friedrich-Wilhelm / Welzer, Harald / Stiftung Forum für Verantwortung (Hrsg.): „Zwei Grad mehr in Deutschland. Wie der Klimawandel unseren Alltag verändern wird. Das Szenario 2040“. S. Fischer, 2. Auflage 2013
  • Johnson, Bea: „Zero Waste Home. Glücklich leben ohne Müll! Reduziere deinen Müll und vereinfache dein Leben”. Steve-Holger Ludwig, 2016
  • Hopkins, Rob: „Einfach. Jetzt. Machen! Wie wir unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen“. oekom, 3. Auflage 2016
  • Riegel, Enja: „Schule kann gelingen! Wie unsere Kinder wirklich fürs Leben lernen. Die Helene-Lange-Schule Wiesbaden“. S. Fischer, 2004
  • Sommer, Bernd / Welzer, Harald: „Transformationsdesign. Wege in eine zukunfts-fähige Moderne“. oekom, 2017
  • Welzer, Harald: „Selbst denken. Eine Anleitung zum Widerstand“. S. Fischer, 6. Auflage 2014